Beglaubigung von Unterschriften

Im Gegensatz zu einer Beurkundung, mit der ein Notar selbst die Verantwortung für den Inhalt einer Urkunde übernimmt, bestätigt der Notar bei einer Unterschriftsbeglaubigung nur die Unterschrift selbst. Die Unterschrift muss dabei entweder in Gegenwart des Notars geleistet (vollzogen) oder durch den Unterzeichner bestätigt (anerkannt) werden.

Die Beglaubigung setzt also stets voraus, dass der Unterzeichner persönlich dem Notar gegenübersteht. Die Beglaubigung einer per Telefon oder durch Übermittlung von Dritten (auch Notarangestellten) anerkannten Unterschrift ist in Deutschland, anders als etwa in Österreich, streng verboten.

Wenn Ihnen daher Dokumente vorliegen, die notariell beglaubigt werden sollen, empfehlen wir Ihnen folgendes Vorgehen:

  • prüfen Sie die Dokumente genau, bevor Sie den Notar aufsuchen; Auskunft zum Inhalt der Dokumente kann Ihnen im Regelfall nur derjenige geben, der sie entworfen hat, nicht der Notar, der lediglich Ihre Unterschrift beglaubigt
  • klären Sie (gerne auch in Rücksprache mit uns), ob eine einfache Beglaubigung ausreicht oder ob eine Beurkundung erforderlich ist; gerade bei Texten zur Verwendung im Ausland ist dies oft unklar
  • sofern der Text im Ausland verwendet werden soll, klären Sie bitte im Vorfeld (gerne auch in Rücksprache mit uns) ob eine Überbeglaubigung (Apostille) oder Legalisation der Urkunde nötig ist
  • vereinbaren Sie bitte einen Termin mit der Notarstelle, um Wartezeiten zu vermeiden, oder rufen Sie zumindest kurz vorher bei der Notarstelle an, ob gerade ein Notar im Haus ist, damit Sie nicht umsonst anreisen
  • bringen Sie bitte zum Termin einen gültigen Lichtbildausweis mit (sicherheitshalber auch dann, wenn Sie dem Notar persönlich bekannt sind, es könnte z.B. gerade ein Notarvertreter eingesetzt sein, der Sie nicht kennt). Wenn die Beglaubigung mit einem Immobilienkauf oder einer gesellschaftsrechtlichen Angelegenheit zusammenhängt, können nur Personalausweise eines EU-Mitgliedstaates oder Reisepässe anerkannt werden; ein Führerschein oder der Personalausweis eines Nicht-EU-Staates reichen dann also nicht aus.

Rechtsgutachten

Sie möchten zu einem speziellen Problem gern die fundierte Meinung eines Notars erfahren? Ich kann in den von mir betreuten Rechtsgebieten Gutachten zu Ihrer Verwendung anfertigen. Ich schreibe allerdings keine "Gefälligkeitsexpertisen", sondern nur das, wovon ich auch selbst überzeugt bin. Die zu erwartenden Kosten müssen wir im Vorfeld besprechen. Sofern ich für Ihr Anliegen nicht der richtige Ansprechpartner bin - es gibt keinen Experten für alle beliebigen Rechtsgebiete - kann ich Ihnen evtl. bei der Suche nach dem richtigen Berater behilflich sein.

Eine Einschränkung müssen muss ich hier machen: Zur Auslegung meiner eigenen Urkunden (jenseits von rein technischen Verständnisfragen) kann ich aufgrund meiner Neutralitätspflicht nur Stellung nehmen, wenn ich von allen Vertragsparteien gemeinsam damit beauftragt werde.

Prüfung fremder Entwürfe

Sie möchten zu einem bereits vorliegenden Vertragsentwurf eine zweite Meinung hören? Gerne sind wir bereit, einen Vertragsentwurf anderer Berater zu überprüfen und Ihnen unsere Meinung dazu mitzuteilen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir mit dieser Tätigkeit eine hohe Verantwortung übernehmen: Unsere eigenen Entwürfe kennen wir, bei einem fremden Entwurf müssen wir aber doppelt hinsehen, ob keine Probleme versteckt oder schlicht übersehen wurden. Wenn wir einen Entwurf prüfen, dann möchten wir dies auch ordentlich tun und ihn nicht nur kurz durchblättern. Diese Tätigkeit können wir daher nicht zum Nulltarif übernehmen; über die zu erwartenden Kosten informieren wir Sie aber vorab.

Wenn Sie Fragen zu einem Entwurf haben, der bei einem anderen Notar beurkundet werden soll, dann empfiehlt es sich, diese in erster Linie bei dem beurkundenden Notar zu stellen. Dieser ist, auch wenn die andere Vertragsseite den Notar vorgeschlagen hat, gesetzlich zur Neutralität verpflichtet und hat Ihre Interessen zu wahren. In den meisten Fällen ist es kostengünstiger und auch schneller, die auftretenden Fragen gleich dort zu klären.

Eine Überprüfung von Verträgen, die nicht dem deutschen Recht unterliegen, oder von Verträgen, die im Ausland beurkundet werden sollen, übernehmen wir nicht. Ferner beschränkt sich die Prüfung auf die typischen Bereiche notarieller Tätigkeit (Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht, Erb- und Familienrecht). Eine Prüfung wirtschaftlicher Fragen (Angmessenheit der Gegenleistung, Bonität des Vertragspartners) kann nicht übernommen werden.

Beurkundung

Die Beurkundung ist sicher das, was für Sie die eigentliche Tätigkeit des Notars darstellt: Eine Urkunde wird vorgelesen und anschließend unterschrieben. Wie Sie beim Ansehen dieser Seiten vielleicht schon festgestellt haben, ist dies bei weitem nicht alles, aber doch ein wichtiger Teil unserer Tätigkeit. Natürlich könnten Sie die Urkunde auch selbst lesen, aber das Vorlesen ist nach wie vor wichtig und richtig:

Es geht ja nicht nur um das reine Lesen des Textes, sondern um die Erklärung, welche Funktion die einzelnen Passagen haben und warum sie in den Text aufgenommen wurden. So können Sie und wir kontrollieren, ob unsere "juristische Übersetzung" mit Ihrem ursprünglichen Willen übereinstimmt. Nicht selten tauchen dabei noch Punkte auf, die vorher noch nicht ausreichend bedacht worden sind. Meist lässt sich dies bei der gemeinsamen Beurkundung schnell klären und der Vertrag kann entsprechend angepasst werden.

Unser Rat ist daher: Wenn in der Beurkundung etwas unklar ist, dann fragen Sie, und zwar am besten gleich und vor allem auch dann, wenn Sie befürchten, der Notar, Ihr Gegenüber oder sonst irgend jemand könnte dadurch gestört werden. Die Dinge erst nach der Beurkundung zu klären, ist wesentlich schwieriger, denn dann steht der Vertrag und kann nicht mehr, zumindest nicht ohne Probleme, geändert werden.

Gestaltung

Verträge zu gestalten bedeutet für uns, Ihren Willen so in die rechtliche Ausdrucksweise zu übersetzen, dass der Vertrag funktioniert und Sie vor späteren Überraschungen geschützt sind. Wir fertigen also einen Vertragsentwurf, den Sie üblicherweise vorab erhalten. So bleibt Ihnen vor der Beurkundung die Möglichkeit, die Sache nochmals eingehend zu überdenken und ggf. mit anderen Beratern (Bank, Steuerberater etc.) Rücksprache zu halten.

Vielleicht werden Sie überrascht sein, dass im Vertragsentwurf manches deutlich komplizierter klingt, als Sie sich das vorgestellt hatten. Manches, was einfach klingt, ist aber rechtlich erstaunlich kompliziert. Außerdem sind in unseren Verträgen zahlreiche Vorkehrungen für Störfälle eingebaut, die Sie vielleicht noch gar nicht bedacht haben.

Am liebsten beurkunden wir solche Texte, die wir - zusammen mit unseren Mitarbeitern - auch selbst entworfen haben. Selbstverständlich können wir auch von Ihnen mitgebrachte Entwürfe (z.B. von Ihrem Rechtsanwalt entworfene Verträge) beurkunden. Dies macht die Sache für Sie aber nicht billiger, denn Notarkosten richten sich von Gesetzes wegen nach dem Wert der Angelegenheit, nicht nach dem Arbeitsaufwand des Notars. Anders gesagt: Wenn Sie die Beurkundung bei uns bezahlen, dann bezahlen Sie die Beratungs- und Gestaltungsleistung automatisch mit - Sie sollten diese also auch in Anspruch nehmen.